Weitgehend unberührte Natur und eine über Jahrhunderte etablierte Kulturlandschaft sind die schützenswerten Ideale dieses Nationalparks „Hohe Tauern“, welcher mit mehr als 1.800 Quadratkilometern das größte Naturschutzgebiet der Alpen ist. Mehr als 300 Gipfel ragen über 3.000 Meter in den Himmel. Unter ihnen der Großglockner (3.798m) als höchster und wohl auch formschönster Berg Österreichs. Westlich davon erhebt sich der Großvenediger im Glanz der größten zusammenhängenden Gletscherfläche der Ostalpen. Wir hatten auf unserer gut 4-stündigen Wanderroute grandiose Blicke auf dieses Naturereignis, welches durch ein bedeutendes Wesensmerkmal der Region ergänzt wird: das Wasser. Es entspringt von Gletschern, Bergseen sowie unzähligen Quellen und sammelt sich in mächtigen Wasserfällen und Gebirgsbächen, die sich ihren Weg talwärts bahnen. Ein wahrlich beeindruckendes Naturschauspiel. Unsere Wanderroute startete im Geschlösstal. Nicht zu Unrecht gilt Innergeschlöss mit seinen steilen Trogwänden, den Wasserfällen und der weiten Vergletscherung um den Großvenediger als schönster Talschluss der Ostalpen. Deshalb haben wir dieses Gebiet ausgewählt. Mit etwas Obacht können hier Bartgeier und Adler beobachtet werden. Das taten wir heute auf dem Geheimtipp des Gschlößtals – dem Ochsnerwaldweg. Er zweigt bei einem Viehgatter wenige Gehminuten nach dem Venedigerhaus nach rechts ab, quert in Serpentinen den Waldrand und dreht anschließend nach Westen. Aus dem Wald kommt man ins freie Almgelände und wandert ab hier fast eben in Richtung Talschluss. Für die Wasserfälle sollte man als Fotomotive Zeit mitbringen. Bei der Weggabelung am Vitragenbach zweigt der Weg nach Südosten ab und führt über den Wander- und Fahrweg zurück nach Innergeschlöß. Der sog. Ochsnerwald selbst ist eine ökologische Rarität – ein schöner und dicht bewachsener Mischwald mit Moorbirken, Lärchen, Zirben und einer vielfältigen Vogelwelt. Unbedingt halt machen sollte man im Berghaus Aussergschlöss. Der Alpengasthof hat zwei Panoramaterrassen, eine sehr gute Karte und vor allem einen super gelaunten Gastwirt. Eine Wanderung im Nationalpark „Hohe Tauern“ – auf dem Weg in die Dolomiten – ist definitiv einen Abstecher wert. Unser nächster Halt ist das Hotel Brückele in den Dolomiten. Von hier aus startet morgen unsere nächste Tour auf den Strudelkopf. Aber dazu morgen mehr. Wir kombinieren dieses Mal Fahrrad und Wandern. Ziel unserer Tour ist es, einen ersten Blick auf die drei Zinnen zu werfen.