Venedig ist eine der schönsten Städte, die wir bislang zu Fuß „erobert“ haben. Es trägt den Beinamen La Serenissima, was so viel heißt wie „Die Durchlauchtigste“. Und Hermann Hesse notierte einst: „Ein tiefer Klang voll schwelgerischer Schönheit“. Die Geschichte Venedigs beginnt allerdings mit Angst und Armut, als Menschen vor Hunnen und Langobarden in die Lagune flohen. In den folgenden Jahrhunderten verwandelten die Venezianer eine Welt aus Schlamm und Schlick in eine blühende Adelsrepublik und errichteten ein Handelsimperium von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer.

Die Erfolgsformel ist zugleich ein venezianisches Sprichwort: „Geld zeigt Geld“. Venedig handelte mit allem (Pfeffer, Tücher, Glas, Sklaven) und revolutioniert den Schiffsbau. Als die Welt allerdings „größer“ wurde, schwand die Macht Venedigs. Spanier, Portugiesen, Holländer bestimmten zunehmend die Handelsgeschäfte. Und als 1669 die Osmanen das Kronjuwel Kreta ausraubten, ist auch die venezianische Herrschaft im östlichen Mittelmeer Geschichte. 1797 muss der letzte Doge Ludovico Manin abdanken. Aus der stolzen Stadt ist eine Marionette Napoleons geworden.

Dennoch: unvergänglich sind Venedigs Geschenke an die Welt – die Symphonie der einmaligen Architektur, die Farben der Malerfürsten Bellini, Tiziano und Tintoretto und der Stolz sowie die „Grazie“ der Venezianer selbst, die hier leben. Wer auf den Spuren dieser Geschichte wandeln möchte, erobert Venedig am besten zu Fuß auf ca. 22km (siehe Komoot-Tour), lernt die unzähligen Gassen, Brücken und Kanäle kennen und entdeckt damit auch die weniger touristischen Stadtteile, derer es sechs gibt. Das historische Zentrum liegt auf mehr als 100 Inseln in der Lagune von Venedig. Zu den Top 10 Venedigs, die man auf der Tour unbedingt gesehen haben sollte, zählen:

(1) Markusplatz mit Markuskirche, die dem Platz seinen Namen verleiht, (2) Markusdom (seit 1807 ist die Basilika die Kathedrale der Patriarchen, ein kirchliches Amt, Venedigs. Erkennungsmerkmal: fünf Kuppeln und der byzantinische Baustil), (3) Markusturm (Teil des Markusdoms; mit einer Höhe von 98,6m ist er das Venedig Zu Fuß (22Km) 8. Tag – 04.08.2021 höchste Gebäude der Stadt). (4) Dogenpalast (im 11. Jhd. gegründet, 14./15. Jhd. erhielt der Palast sein berühmte gotische Bauform), (5) Rialtobrücke (mit 48m Länge und 22m Breite die älteste Brücke der Stadt), (6) Seufzerbrücke (Namensgebung: die Brücke verbindet den Dogenpalast mit der Prigioni Nuove, dem “neuen” Gefängnis Venedigs. Die Gefangen konnten vor der Inhaftierung von der Brücke aus mit einem tiefen Seufzen den letzten Blick auf die Freiheit werfen), (7) Canal Grande – fast 4km schlängelt sich die Hauptwasserstrasse durch die Stadt (Standardticket für 75min kostet 7,50 Euro), (8) Scuola Grande di San Rocco (als Scuole bezeichnete man in Venedig Zusammenschlüsse, Gilden, Zünfte sowie andere geistliche und karitative Verbindungen.), (9) Lido di Venezia (…ist ein 4 km² großer, vorgelagerter Küstenstreifen, der Venedig von der offenen Adria trennt. Unbedingt einen Strandaufenthalt mit einplanen.), (10) Teatro La Fenice (…eröffnet 1792, nachdem das zuvor bedeutendste Opernhaus der Stadt durch ein Feuer vernichtet wurde.).

Es gibt noch unzählige weitere „must have“ in Venedig, so für Kunstliebhaber die Peggy Guggenheim Collection. Die Sammlung moderner Kunst befindet sich im wunderschönen Palazzo Venier dei Leoni am Canal Grande und wurde 1980 als Museum eröffnet. Für Bücherwürme ist der Besuch der „Bibliothek mit Wasserschaden“ ein „Muss“. Wir empfehlen Euch die Stadt am ersten Tag auf einem ca. 22 km Spaziergang zu erkunden und auf sich wirken zu lassen sowie in den unzähligen Gassen das wahre Leben Venedigs zu spüren. Für das Parken empfehlen wir das Parkhaus Tronchetto (24h für 22 Euro).