Ich schlief heute aus und genoss den Morgen auf der Terrasse mit Blick auf die Weinberge und Salina. Harald fuhr noch einmal um die Insel und fotografierte den Sonnenaufgang.

Um 9.30 checkten wir aus, bekamen noch ein wunderbares Frühstück mit auf den Weg und machten uns auf einer herrlichen Bergabfahrt nach Lipari. Um 11.05 Uhr ging unser Schnellboot. Erster Stop im Norden Milazzo, das sich 716 v. Ch. in die Geschichte schrieb. Die Normannen machten es zu ihrem Hauptstützpunkt an der Küste und Friedrich II. ließ es 1219 nach eigenen Entwürfen mit einer Burg befestigen, die vom Meer aus grandios anmutet. Noch heute gibt es drei Stadtteile (ummauerte Stadt – Borgo – Unterstadt). Zweiter Stopp war Messina.

Um es vorweg zu nehmen: wir waren enttäuscht. Unstrittig sind die Wehranlagen des Forte San Salvadore und die Lanterna di Raineri auf der gleichnamigen Halbinsel beeindruckend. Die Stadt an sich behält aber wenige Orte, die einen Besuch lohnen: empfehlen können wir nur den Piazza Duomo mit der Kathedrale (1197). Der 60 m hohe Glockenturm wurde eigens für die größte astronomische Uhr der Welt errichtet. Sie wurde 1933 in Straßburg angefertigt. Ansonsten beeindruckt die Sacrario di Christo Re, erhoben über der Stadt. Wie der englische Auto Frances Elliot notieren konnte: „Die Uferstraße von Messina gibt es nur einmal auf der Welt. Sie ist länger und eleganter als die Via Chiala in Neapel, lebhafter und malerischer als die Promenade von Nizza.“ erschließt sich uns nicht. Ursächlich könnte sein, dass 1908 ein Erdbeben zusammen mit einer Flutwelle rund 90 Prozent der Gebäude zum Einsturz gebracht hatte, 60.000 Menschen kamen ums Leben. Danach baute man Messina wieder auf. Die Bausubstanz ist definitiv aus seiner Vorgeschichte erhalten geblieben, aber eben leider nicht gewürdigt. Wir fuhren weiter zum Strand Naxos (Giardini-Naxos), gleich neben Taormina, das wir ja schon erkundet hatten. Der Ort gilt als geschichtsträchtig und älteste griechische Kolonie Siziliens, deren erster Führer Thukles war (735 v. Ch.). Heute ist Naxos ein herrlicher Strandort mit beeindruckender Kulisse, an dem wir am frühen Nachmittag ein Nickerchen machten. Hier kann man gut auch einen Tag verbringen. Danach ging es einkaufen. Heute wollten wir im Haus kochen und entschieden uns für  Tagliatelle mit Austernpilzen und Angus-Filetspitzen. Zuvor ging es aber in den Whirpool, denn es war ein langer Tag, der uns Sizilien wieder ein Stück kulturell, baulich und menschlich näher brachte. Das Essen war grandios. Danke lieber Harald 🥰.