Heute erkundeten wir die Region Gyros ausgehend vom beschaulichen Städtchen Paleokastritas.

Zunächst ging es zum gleichnamigen Kloster, das malerisch auf dem Felsen der vorgelagerten Landzunge thront. Es zählt wohl zu den meist besuchten Sehenswürdigkeiten der Insel, weshalb ein morgendlicher Besuch bis spätestens 9.00 Uhr angeraten ist. Wieder zurück, ging es auf die eigentliche Wandertour und zwar über eine landschaftlich traumhafte, wie anstrengende Route zunächst nach Lákones.

Von dem Bilderbuchort in den Bergen hat man einen traumhaften Blick über die Bucht und das Kloster von Paleokastritas. Von hier aus führte die Wanderung weiter zur Burgruine Angelókastro, die auch Engelsburg oder der Balkon des Ionischen Meeres genannt wird. Die byzantinische Festung steht auf einem steilen Felsen, der mit 3 Euro Eintritt auf einem 15 minütigen Aufstieg zu erreichen ist. Gutes Schuhwerk sollte man tragen. Die Geschichte der Burg ist interessant: ihre strategische und uneinnehmbare Lage, die fast das gesamte Meeresgebiet der südlichen Adria kontrollierte, bestimmte über Jahrhunderte das Schicksal Korfus. Besonders nach 1071 als die byzantinischen Herrschaftsgebiete in Süditalien unwiederbringlich verloren gingen, wurde Korfu zur Grenze zwischen dem byzantinischem Staat und seinen Feinden im Westen. Insbesondere die Normannen von Sizilien machten die Gebiete zu ständigen Schauplätzen kriegerischer Auseinandersetzungen. Mit dem Fall Konstantinopels durch die Kreuzfahrer im Jahr 1204 und der Zerstückelung des byzantinischen Reiches folgte Korfu einer Reihe abwechselnder Herrscher. 1272 besetzte Neapel den Angelókastro, später 1386 war es in venezianischer Herrschaft und bis dahin auch in gutem Zustand. Erst ab dem 19. Jhd. gerät es in Vergessenheit. Nach den fantastischen Ausblicken von der Engelsburg ging es zurück über die Berge nach Lákones und wieder hinab nach Paleokastritas.

Hier genossen wir durchgeschwitzt ein kühles Bad im Meer bei verdientem Prosecco und Bier, bevor wir nach Afiónas zum Sonnenuntergang fuhren, welches die Buchten von Arillas und Ágios Geórgios Págon trennt.

Vom Ort aus führt ein Pfad zunächst zu einem Hügel namens Eselsberg. Von hier aus hat man bereits fantastische Ausblicke auf den Sonnenuntergang. Selbiger ist an der Bucht unten aber noch grandioser. Den Ab- und Aufstieg gaben wir uns noch und bereuten es nicht.

Was für eine Kulisse und was für ein Sonnenuntergang. Gut, dass wir nach unserer ersten Wanderung einen gigantischen Burger verputzt hatten.

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