Unsere letzte Wanderung in diesem Urlaub nahm sich dem östlichen Bergland mit seinen spektakulären Schluchten, Kratern und Felsgipfeln an.

Der Barronca de Guayadeque reicht vom Inselzentrum bis nach Agüimes im Osten hinab und gehört in vielerlei Hinsicht zu den interessantesten Gran Canarias. In der engen, kaum besiedelten Schlucht erhalten sich seltene Pflanzen, in den Höhlen entdeckte man bei Ausgrabungsarbeiten prähispanische Mumien, Tongefäße und Inschriften. Noch heute bewohnt sind die Höhlenhäuser des Weilers Cuevas Bermejas mit Kapelle und Höhlenbar. Die Wanderung schließt den Vulkankrater Caldera de los Marteles ein, der mit 500 m Durchmesser zu einem der größten Gran Canarias zählt.

Unsere Tour startete an einer Steilkurve der Lugar Cuevas Blancas (GC-130), wo man bequem sein Auto abstellen kann. Der Weg folgt zunächst durch eine sanft gewellte, von lichten Kiefernhainen durchsetzte Landschaft, die leider in 2022 dem Brand zum Opfer gefallen ist. Man kann hier aber sehr gut sehen, wie die Natur sich selbst regeneriert. Wir folgen der Ausschilderung Santa Lucia und sehen im Südwesten den kuppelförmig aufragenden Montañón (1783m). Bevor wir unserem Wanderweg in Richtung Cruz del Socorro weiter folgten, biegen wir rechts ab in Richtung Santa Lucia, um den grandiosen Ausblick auf das Dorf und auf San Bartolome zu genießen.

Der Umweg ist 30 Minuten hin und zurück, lohnt sich aber definitiv. Zurück auf dem eigentlichen Wanderweg geht es in gemütlichem Abstieg immer längs dem Bergrücken des Lomo de los Guaniles entlang. Auf einer Anhöhe schwenkt der Weg dann nach links und leitet uns in einem gigantisch steilen und teils schwer zu findenden Abstieg hinab in den Barronco de Guayadeque. Bei diesem ca. einstündigen Abstieg sind neben gutem Orientierungssinn, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit gefragt. Unten angekommen sollte man das Höhlenrestaurant Montana de las Tierras unbedingt aufsuchen. Es liegt nach unserer Tour in der Hälfte der Strecke und bietet nach dem anstrengenden Abstieg Gelegenheit zur Pause, bevor es die 750 Meter wieder bergauf geht. Der Rückweg schlängelt sich in herrlicher Landschaft durch den Barronco mit einem sehr gut ausgeschilderten Wanderweg in Richtung Caldera de los Marteles.

Eine erblühende Pflanzenwelt und ein traumhaft angelegter Wanderweg führt uns nach in ca. 2,5 Stunden wieder nach oben. Orientierungssinn ist hier eigentlich nicht mehr erforderlich. Die Beschilderung ist sehr gut, der Aufstieg erfordert gute Kondition und ausreichend Wasser an so warmen Tagen wie heute. Zusammengefasst: Eine grandiose Wanderung über 5 Stunden, 14,3 km und ca. 750 Meter im Ab- und Aufstieg. Wir kommen ganz sicher noch einmal in diese herrliche Wanderregion nach Gran Canaria.